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Trostberger Post, 23.10.2005

Musikalisches Komödianten-Duo

Witz, Mimik, Klamauk und gute Songs waren Trumpf beim Gastspiel von "Mark 'n' Simon"
im Postsaal

Trostberg. Der Name "Mark 'n' Simon" hat einen guten Klang. Das war am Freitag Abend im bestens besetzten Postsaal zu beobachten. Das Duo stand noch gar nicht so richtig auf der Bühne und schon empfing es lautstarker Applaus, der im Verlauf des knapp dreistündigen Auftritts der beiden immer wieder aufbrauste. Die kurzweilige Mischung aus rhythmischen Songs, lustigen Mini-Sketchen und verblüffendem Kopieren bekannter Stars verdiente diese Anerkennung des Publikums.

Mark 'n' Simon sind Vollblut-Komödianten und sie sind exzellente Musiker. Dazu besitzen sie eine Menge handfesten Humor und den, trotz mancher Deutlichkeit, immer auf Gürtellinien-Höhe, spritzig, witzig und mit feinem Sinn für Wortspiele. Allein der internationalen Deutungsversuche einzelner Wörter im Englischen oder Chinesischen hatten Esprit. Mark ist eher der Charmeur, ganz weltmännisch geschliffen, während Simon den skurrileren, urwüchsigeren Typ verkörpert. Beide zusammen ergänzen sich spiegelbildlich. Wenn sie gemeinsam singen dann klingt das harmonisch wie aus einem Guss. Ihr Stimmvolumen ist beachtlich und die Bandbreite reicht von Sopran bis zum Tiefen -Keller-Bass.

Im Imitieren sind sie groß. Ihre Vorbilder, ob Satchmo oder Carpendale, kopieren sie mit mehr oder weniger Ehrfurcht. Aber jeder versteht, was gemeint ist - auch die Spitze gegen den anspruchsvollen "O sole mio"-Text. Sie können sich lustig machen, ohne zu verletzen. Die von ihnen angeschnittenen Themen umfassen Gott und die Welt.

Bei allem Klamauk, den die beiden treiben, Gaudiburschen sind sie deswegen noch lange nicht. Man merkt die Ernsthaftigkeit, mit der sie ihre Spaßetteln erarbeitet haben und vortragen, und trotzdem gelingt alles mit wie improvisierter Leichtigkeit. Dazu verhilft ihnen ihre Kunst der Gestik und Mimik, die sie mit sichtlich schauspielerischem Vergnügen genauso einsetzen, wie ihre Freude am Maskieren und das dazugehörige Grimassenschneiden. Und zu alldem, wohl dosiert, viel Gesungenes mit Pep, Pop und gymnastisch-tänzerischen Andeutungen. Begleitet wird auf der Gitarre und aus der Konserve.

Wann immer es möglich ist, binden Mark 'n' Simon das Publikum in ihre Schau ein, lassen es mitklatschen, mitsingen, einmal sogar holten sie sich drei Zuhörer als Akteure zum gemeinsamen Musizieren auf die Bühne. Was manchmal aufdringlich und lästig wirkt, hier machten die Leute gern mit, weil es lustig aufgezogen war und sie nicht zu Deppen degradiert wurden.

Zum Schluss kam der hartnäckige Ruf nach Zugaben nicht unerwartet. Es blieb nicht bei einer. Ein stimmungsvoller Gag war die Idee mit den vielen Wunderkerzen, die im Saal verteilt wurden und den Fans schließlich virtuell heimleuchten sollten. Der romantische Schluss-Song passte blendend dazu.

Li